Abiturprüfungen in Zeiten von Corona

Als es am 13. März nach unserer ersten schriftlichen Prüfung jedoch hieß, die weiteren Klausuren sollen verschoben werden, war der Corona-Virus erstmals offiziell bei uns Abiturienten angekommen.

Zunächst konnte uns niemand eine Auskunft darüber geben, wie es weiter gehen soll.

Wie auch? Täglich wurden Maßnahmen der Regierung an die aktuelle Situation angepasst. Wir Schüler wussten nicht, ob wir in Panik ausbrechen oder uns über die gewonnene Zeit freuen sollten.

Bereits vor dem Entschluss hatte man uns Schüler über einen Email-Verteiler, den unser Klassenlehrer angelegt hatte, auf dem Laufenden gehalten und mit handfesten Informationen versorgt. Außerdem konnten uns so alle Fachlehrer zuverlässig Übungsaufgaben zukommen lassen.

Als nach großem Hin und Her immerhin feststand, dass die Abiturklausuren geschrieben werden sollen, wussten wir endlich, worauf wir uns in der nächsten Zeit einstellen können: Abi unter besonderen Umständen.

Äußerst hilfreich war hier die digitale Kommunikation mit unseren Lehrern. Wenn wir Fragen hatten, kamen schnelle Antworten. Alle waren wohlwollend und wir hatten das Gefühl, mit dieser außergewöhnlichen Situation nicht alleine gelassen zu werden.

Auch wenn sich diese fünf Wochen zuerst unglaublich lange anhörten und dem einen oder anderen Zuhause schon die Decke auf den Kopf gefallen ist, verging die Zeit im Nachhinein doch recht schnell. Alsbald wurden erste Mails mit Informationen zum Ablauf der Prüfungen verschickt. So hieß es unter anderem, dass jede Klasse des 13. Jahrgangs die Schule über einen gesonderten Eingang betreten solle. Dies ließ sich aufgrund des zusätzlichen Nebengebäudes unserer Schule gut umsetzen. Außerdem galt es, ein paar Minuten früher zu erscheinen, damit jeder von uns einzeln den vorgesehenen Prüfungsraum betreten könne. Schüler, die zu einer Risikogruppe gehörten, erhielten die Möglichkeit erst 15 Minuten vor Klausurbeginn zu erscheinen, um dann alleine in einem Klassenraum unter Aufsicht die Prüfungen abzulegen. Wir waren durch die lange Pause natürlich etwas aus unserem „Abiturmodus“ gerissen, aber vor, während und nach den Klausuren verlief alles reibungslos: Hände-Desinfektion beim Betreten des Gebäudes, vorgegebene Laufwege in den Gängen, Hinweisschilder, Klausuren bei geöffneten Türen. Wir hatten sogar den Vorteil, jederzeit auf Toilette gehen zu dürfen. Außerdem war es lustig, seine Lehrer mit Mundschutz zu sehen. Es hat sich ein wenig so angefühlt, als befände man sich mitten in einenm Katastrophenfilm.  
Was uns allen fehlt: Das ausgiebige Feiern nach den Prüfungen, unser Abiball und die offizielle Abi-Entlassung samt aller Familien und Freunde. Das sind Dinge in unserem Leben, auf die wir einmal und damit für immer verzichten müssen.

Wir sind aber auch froh, dass es uns überhaupt ermöglicht wurde, unser Abitur unter (fast) normalen Bedingungen zu schreiben. Wir sind froh darüber, dass wir kein „Corona-Abi“ haben werden und wir sind sehr froh darüber, die schriftlichen Prüfungen endlich bestmöglich hinter uns gebracht zu haben. In einigen Wochen kommen dann noch die mündlichen Prüfungen und dann ist es vollbracht. Eines dürfte aber jetzt schon klar sein: Der Abiturjahrgang 2020 ist definitiv ein ganz besonderer Jahrgang!

 

Katharina Dütschke für die 13d

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