„1. Woche der seelischen Gesundheit in Kiel“ - Was ist das eigentlich?

Eine Gruppe hatte sich für das Migrationsinstitut ELELE im Karlstal entschieden. Bei einem Glas Tee, kleinen Snacks und netten Gesprächen mit den Mitarbeiter*innen ging es in erster Linie um den Spruch: „Wir werden anders krank, wir werden anders gesund.“.

ELELE kümmert sich in deutscher, türkischer, kurdischer und arabischer Sprache um psychisch Kranke, die nach einer akuten medizinischen Behandlung weitere Betreuung benötigen.

Dabei steht die Betreuung von Migrant*innen im Vordergrund der kulturspezifischen und kultursensiblen Arbeit mit den Menschen, wobei die Muttersprache sehr unterstützend bei der Bewältigung von psychischen Erkrankungen sein kann. Die Klient*innen haben dadurch viel mehr Vertrauen, sie fühlen sich eher verstanden und es fällt ihnen leichter, über Probleme und Ängste in ihrer Muttersprache zu reden. ELELE bietet diese Hilfe in Einzelgesprächen, Gruppentreffen, aber auch ambulant in der eigenen Wohnung des Betroffenen an.

Durch den Besuch dieser Einrichtung haben wir über den Tellerrand gucken können und sehr exklusiv viele neue Eindrücke und Informationen gewonnen.

 

Selin Bulut, Hulusi Kerim Dündar, Marlina Fisler, Valentina Mangjolli

 

 

Eine andere Gruppe besuchte den sozialpsychiatrischen Dienst und informierte sich über Stress und Stressbewältigung. In einem Vortrag wurde uns durch kleine Experimente und Schilderungen der Zusammenhang zwischen Stress, der heutigem Gesellschaft und unserem Verhalten näher erläutert. Stress wird sehr unterschiedlich erlebt und deshalb sprachen wir nicht nur über die Stressreaktion an sich, sondern auch über die verschiedenen Symptome, die Ursachen und vor allem über Bewältigungsmechanismen, insbesondere über Alkohol.

Wir hatten uns schon öfter mit dem Thema auseinandergesetzt und dennoch lieferte der Vortrag viele auffrischende Informationen und Anregungen. Für mich persönlich war es sehr hilfreich, daran erinnert zu werden, dass es nicht bloß ein „Heilmittel“ für Stresszustände gibt, sondern dass man sich breit aufstellen sollte mit verschiedenen Präventions- und Bewältigungsstrategien.

Nach dem Vortrag gerieten wir spontan mit einem suchtkranken Menschen ins Gespräch, der sehr intim mit uns über seinen Weg in die Sucht, sein Gefühlsleben und seinen Weg heraus aus der Sucht sprach.

Wir kamen zu dem Schluss, dass Sucht das Ergebnis eines manifestierten Bewältigungsmechanismusses für Spannungszustände ist und uns wurde dadurch noch klarer, warum, wie schnell und wie viele Menschen süchtig werden bzw. sind. Infolgedessen haben wir beschlossen, uns regelmäßiger zu treffen, um uns mehr zu unterstützen bei den Herausforderungen des täglichen (Schul)lebens, um es uns gegenseitig einfacher zu machen, Stress abzubauen... und dies auf eine gesunde Art und Weise!

 

Josefine Pariset

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