Erasmus+ Mobilität Kiel – Mallorca der Europaschulen RBZ am Schützenpark und RBZ am Königsweg vom 13.05.2019 – 01.06.2019 Ausbildungsberuf: Erzieher/in

Bericht I: Eurocampus Deutsche Schule

Am Montag, den 13. Mai 2019, ging es für uns, Sarah und Lea, angehende Erzieher, gemeinsam mit 10 anderen Auszubildenden aus verschiedenen Bereichen und zwei Lehrerinnen, von der Schule aus mit dem Bus zum Flughafen in Hamburg. Nach dem Flug fuhren wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu unseren Appartements mitten in Palma. Wir bildeten Wohngemeinschaften und bezogen die Appartements, die uns aufgrund ihrer Größe und Ausstattung sehr gefielen. Als wir am nächsten Tag die Schule betraten, die mit dem Schnellbus sehr gut zu erreichen ist, wurden wir freundlich von der Schulleiterin Frau Fritsch in Empfang genommen und in die Räumlichkeiten der KiTa geführt. Zudem lernten wir die beiden dort arbeitenden pädagogischen Fachkräfte sowie die Kinder kennen. Die Gruppe besteht aus 17 Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren. Positiv fiel uns auf, dass die KiTa viele Angebote durchführte, die sich in verschiedenen Aktionstagen, wie beispielsweise einem Kochtag, einem Sporttag und zahlreichen Experimenten zeigten. Auch die Sprachförderung, die sowohl für die deutschsprachigen als auch für die spanischsprachigen Kinder stattfindet, war für uns sehr Interessant, da wir hierbei viele Einblicke gewinnen konnten. Nicht nur hier durften wir aktiv dran teilnehmen, auch die Verkehrserziehung in der Vorschule durften wir übernehmen und nach unseren Vorstellungen gestalten. Durch die Vielzahl von Angeboten fiel uns auf, dass die Kinder kaum Zeit und Raum für das Freispiel und somit auch für eigene kreative Ideen und die Selbstentfaltung haben. Im Allgemeinen haben wir die Haltungen der pädagogischen Fachkräfte als sehr wertend empfunden, beispielsweise gab es immer Kinder, die als der oder die „Beste“ betitelt wurden. Des Weiteren wurde den Kindern deutlich gemacht, dass es nur einen „richtigen“ Lösungsweg gibt. Die Aufgaben, die die Kinder während ihres sehr strukturierten Tages erledigen sollten, wurden als „Arbeit“ bezeichnet und wir bekamen häufig mit, wie Kinder aus unserer Sicht Überforderung zeigten. Die Spielmöglichkeiten der Kinder im Außenbereich sind teilweise eingeschränkt, da die KiTa ausschließlich über Sandspielzeug verfügt. Der Umgang mit dem Nähe- und Distanzverhalten der pädagogischen Fachkräfte gegenüber den Kindern war für uns nicht immer nachvollziehbar, da die Kinder sie einerseits siezen sollten, andererseits aber starker Körperkontakt seitens der Fachkräfte gesucht wurde, der sich unter anderem in „Küsschen“ zeigte. Allgemein hat uns der Aufenthalt sehr gut gefallen. Die Insel ist sehr schön und wir haben viel unternommen. Das Erasmusprogramm ist sehr gut organisiert und wir hatten die gesamte Zeit über Ansprechpartner, die jederzeit ein offenes Ohr für uns gehabt haben. Durch das Praktikum konnten wir viele Erfahrungen sammeln und feststellen wie unterschiedlich die pädagogische Arbeit von Land zu Land sein kann.

Bericht II: Escola Global

Gleich am ersten Tag wurde uns klar, wie man mit der richtigen Finanzierung, Themen wie die Digitalisierung im Kindergartenalter aufgreifen kann. Jeder Gruppenraum war mit einem Laptop, einem Beamer sowie Tablets ausgestattet, zu denen die Kinder nach Rücksprache Zugang bekamen. Diese Medien nutzen sie mit einer Selbstverständlichkeit, wie wir sie bis dato nicht kannten. So wurden zum Beispiel die Lieblingslieder der Kinder regelmäßig lautstark zelebriert, dazu wurde ausgiebig getanzt und mitgesungen. Durch das Offene Konzept und der Harmonie der Fachkräfte untereinander gab es nie organisatorische oder kommunikationsbedingte Probleme. Wann immer ein Problem auftrat, wurde dieses dann unter den Mitarbeitern angesprochen und zusammen gelöst.

Wenn wir uns unklar waren oder generell Fragen stellten, wurde uns mit der nötigen Geduld geantwortet. Zu Beginn des Praktikums bekamen wir einen Zeitplan, der uns vorgab, in welchen Gruppenraum wir wann sein sollen. Der Grundgedanke war schon von Beginn an, dass wir ein größtmögliches Spektrum an Arbeitsweisen kennenlernen und auch verschiedene Altersgruppen im Alltag erleben. Ein großer Punkt, der uns sofort auffiel, war, dass die Kinder schon im Vorschulalter Geschichten lesen oder Sätze schreiben konnten. Was bei uns in der zweiten Klassenstufe anfängt, wird hier schon vor Eintritt des Schulalters geübt und verbessert. Einer der Punkte, der uns im sprachlichen Bereich nicht entgangen ist, ist die Mehrsprachlichkeit der Kinder. Viele Kinder sprechen mindestens zwei Sprachen. Da die Kinder täglich miteinander kommunizieren, bringen sie sich von ganz allein das Vokabular bei, das sie brauchen, um sich zu verständigen. Auch wir haben sehr schnell gemerkt, dass unser Verständnis der Spanischen sowie englischen Sprache rasant wächst, desto mehr wir mit den Kindern und Erziehern interagieren. 

Unsere Einrichtung besaß eine Hauseigene Mensa, in der täglich frische Ausgewogene Gerichte für uns und die Kinder zubereitet wurden. Auch haben wir relativ schnell bemerkt, dass man mit Englisch Grundkenntnissen gut vorbereitet ist, da jeder der Spanischen Fachkräfte auch Englisch versteht und sprechen kann. Wir machenten die Erfahrung, dass es sinnig ist, sich gemütliche Leichte Kleidung sowie Schuhe mitzunehmen, in denen man auch dreckig werden kann. Ich (Cathy) habe für mich sehr viel aus dem so gegensätzlichen Arbeiten im Kindergarten gezogen. Ein Punkt und größter Unterschied bestand darin, dass meine Praktikumseinrichtung in Deutschland eine Waldkindergartengruppe ist, die sich mit Erlebnispädagogik und Naturpädagogik auseinandersetzt, nicht so wie die Escola Global, die mit einem Teiloffenen Konzept arbeitet. Die Arbeit und das Bewusstsein mit und rundum der Natur bekommt auf Mallorca eher einen Ausflugcharakter. Ein sich auseinandersetzen mit sich selbst und der Umwelt um einen herum findet hier bei eben solchen Ausflügen statt. Ich (Karl) habe andere Erfahrungen gemacht. Für mich war die Kommunikation der Erzieher/innen untereinander auf einem ganz neuen Level im Gegensatz zu dem, was ich bereits kannte. Wann immer etwas Außerplanmäßiges passiert ist, haben sich die Erzieher/innen zusammengesetzt und an einer Lösung gearbeitet. Da ich es bis jetzt nicht kannte, dass Fachkräfte sich sozusagen auf ein Metaebene begeben, um ein Problem von möglichst vielen Seiten zu beleuchten, waren es gerade diese Situationen die mich fesselten. Jeder der die Chance hat, dieses Angebot wahrzunehmen, sollte es tun. Diese Erfahrungen, die wir durch den Austausch machen durften, kann uns niemand mehr nehmen. Einer der Wertvollsten Erfahrungen war es uns in unserer Arbeitsweise, wie wir sie von Zuhause aus kennen, wiederzufinden und andere Konzepte in ihrer Entfaltung zu erleben. Genau dort fängt Erasmus+ an. Egal wer du bist, egal was du Beruflich machst, wage diesen Schritt ins Unbekannte und lasse dich reichlich mit Erfahrungen beschenken.

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