Nature Writing mit HannaH Rau
4 Stunden. 4 Stunden Ruhe in der Natur. Runterkommen ohne Endgerät. Wahrnehmen mit allen Sinnen ohne Kopfhörer auf den Ohren und Bildschirm vor der Nase. 4 Stunden schreiben mit, in und über Natur. Auf dieses Experiment ließ sich die 12a des Beruflichen Gymnasiums ein. Hier ein Ergebnis:
Ich an diesem Ort
Ich gehe durch den Park und irgendwie geh ich auch durch mich und meine Gedanken. Rosa blühen die Bäume über mir, als hätten sie heute beschlossen glücklich zu sein. Das Grün liegt ruhig auf allem, als würde die Welt sagen: „ Du musst grad nichts leisten.“ Nur gehen. Nur atmen. Meine Schritte auf dem Weg nicht laut, nicht leise, einfach da. So wie ich. Ein Specht hämmert irgendwo seinen Rhythmus, konsequent, unbeirrt, als wüsste er genau wofür er schlägt. Und ich frage mich kurz, wann ich das zuletzt wusste. Zwitschern liegt in der Luft, leicht wie Gedanken, die ich sonst zu schnell wegschiebe. Heute bleiben Sie. Heute dürfen sie bleiben. Ich spüre Kälte auf meiner Haut und gleichzeitig diese Wärme innen drin, dieses langsame ankommen. Zwischen Holz, Steinen und Wegen merk ich plötzlich. Ich bewege mich nicht nur vorwärts. Ich komme zurück. Zur Ruhe, zu mir. Die Luft riecht nach frisch und ein bisschen nach irgendwem, der hier auch gerade lebt, auch gerade fühlt. Und für einen Moment schmeckt alles nach Natur nach echt, nach jetzt. Und jetzt gehe ich weiter, nicht weil ich es muss sondern weil ich es kann. Ich genieße.
Sara (12a)
Auch Lust? Dann raus mit euch. Die Natur hat viel zu erzählen.